Krankenhaus Bebalem
Mit dem Klima bauen
Das Krankenhaus in Bebalem wird durch die gezielte Erneuerung bestehender Gebäude und klimaangepasste Neubauten zu einem zukunftsfähigen Gesundheitszentrum weiterentwickelt. Ziel des Projekts ist es, die medizinische Versorgung der Region langfristig zu sichern und gleichzeitig die vorhandenen Ressourcen sinnvoll weiterzuverwenden. Bestehende Gebäude werden dort erhalten, wo sie funktional und baulich geeignet sind, während sanierungsbedürftige Bereiche durch neue Strukturen ergänzt werden. So entsteht ein nachhaltiger Krankenhauscampus, der wirtschaftlich, flexibel und an die klimatischen Bedingungen vor Ort angepasst ist.
Masterplan und Organisation
Der Entwurf entwickelt einen klar gegliederten Krankenhauscampus entlang einer zentralen Erschließungsachse. Diese verbindet alle Gebäude miteinander und ermöglicht kurze, witterungsgeschützte Wege für Patienten, Besucher und Personal. Gleichzeitig sorgt die Neuordnung der Funktionsbereiche für eine intuitive Orientierung und optimierte medizinische Abläufe. Die Neubauten basieren auf einem einheitlichen Modulprinzip, das zukünftige Erweiterungen oder Anpassungen an einen steigenden Versorgungsbedarf ermöglicht und gleichzeitig Planung und Bau vereinfacht.
Klimaangepasste Architektur
Die Gebäude reagieren konsequent auf die klimatischen Bedingungen des Standorts. Durch ihre Ost-West-Ausrichtung werden direkte Sonneneinstrahlung und sommerliche Wärmebelastung reduziert, während die vorherrschenden Windrichtungen für eine natürliche Querlüftung genutzt werden. Patientenzimmer liegen geschützt hinter Nebenräumen wie Sanitär- und Aufenthaltsbereichen, wodurch sich das Raumklima zusätzlich verbessert. Verschattete Fassaden, kleine Fensteröffnungen mit tiefen Leibungen und eine passive Dachbelüftung reduzieren den Bedarf an technischer Kühlung und schaffen ganzjährig angenehme Innenräume.
Konstruktion und lokale Wertschöpfung
Die Neubauten werden mit regional verfügbaren Lehmbaustoffen und gemauerten Gewölben errichtet. Diese Bauweise nutzt die hohe Wärmespeicherfähigkeit des Lehms, verbessert den thermischen Komfort und ist vollständig kreislauffähig. Gleichzeitig werden lokale Handwerker in den Bauprozess eingebunden und Wissen über klimaangepasste Bauweisen dauerhaft in der Region verankert. Die standardisierte Konstruktion mit wiederverwendbaren Schalungen erleichtert die Umsetzung weiterer Bauabschnitte und ermöglicht eine wirtschaftliche sowie ressourcenschonende Bauweise.
Nachhaltige Infrastruktur
Neben der Architektur bildet auch die technische Infrastruktur einen wichtigen Bestandteil des Konzepts. Das Regenwasser wird gezielt gesammelt, zur Bewässerung der Vegetation genutzt und kontrolliert versickert, wodurch das Mikroklima verbessert und Überflutungen während der Regenzeit vermieden werden. Ergänzend erzeugen Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen einen großen Teil des benötigten Stroms und stärken die Energieversorgung des Krankenhauses. Das Zusammenspiel aus passiven Klimastrategien, lokal verfügbaren Materialien und erneuerbaren Energien schafft einen zukunftsfähigen Krankenhauscampus mit geringem Ressourcenverbrauch und hoher Resilienz.